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"... Er hatte den Arm um sie gelegt. Fast konnte sie durch die dicken Winterjacken hindurch die W?rme seines K?rpers sp?ren. Sie mochte diese W?rme, mochte seinen K?rper. Sie liebte den Geruch seiner Haut. Er war der einzige Mensch, dem sie die eine oder andere T?r zu ihrem Innern ge?ffnet hatte. Wenige nur, ganz vorsichtig und blo? auf einen schmalen Spalt, jederzeit bereit, sie bei der geringsten Irritation wieder zuzuschlagen. Sie kannte ihn nun schon seit drei Jahren, aber sie bewegte sich noch immer wie auf Eis.
Es war nicht so, dass sie ihm nicht vertraute. Im Gegenteil. Keinem vertraute sie mehr als ihm. Sie war nur nicht daran gew?hnt, so zu empfinden, wie sie es f?r ihn tat. Die Panik sa? ihr bei jeder Ber?hrung, jedem Wort im Nacken.
Er respektierte ihre Zur?ckhaltung und ihre Scheu, von sich zu erz?hlen, und wenn er ihr Verhalten manchmal sonderbar fand, so sagte er es nicht. Er war immer f?r sie da, wenn sie ihn brauchte, und er bot ihr Schutz. Niemand w?rde ihr zu nahe kommen, solange sie und er ein Paar waren.
Ein Paar. Sie sagte es sich manchmal vor. Voller Sehnsucht. Vielleicht w?rde es ja irgendwann so sein, dass sie wirklich ein Paar w?hren. Mit allem, was dazugeh?rte. Vielleicht. Es fiel ihr schwer, daran zu glauben.
Ihr war aufeinmal kalt. Ein Schauer lief ?ber ihre Haut. Er gab ihr seinen Schal. Sie sah ihn an. Wollte l?cheln. Doch dann bemerkte sie die Sehnsucht in seinem Blick. Das L?cheln misslang. Sie senkte den Kopf. Was, wenn sie ihn nur ungl?cklich machte? ..."


Aus: Der M?dchenmaler (Monika Feth)



7.1.06 17:30


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